Kaspar-Hauser-Syndrom

Namensgeber für diese Entwicklungsstörung war „Kaspar-Hauser“. Er ist das wohl das bekannteste, abseits von menschlicher Zivilisation, aufgewachsene Kind.

Bei Hunden sind vergleichbare Entwicklungsstörungen bekannt.

Kaspar Hauser wurde, so wird vermutet, als Kleinkind entführt und in einem dunklen Verschlag gehalten, in dem er sich nicht einmal aufrichten konnte. Seine Versorgung war auf die Lebenserhaltung beschränkt, die ihn versorgenden Menschen blieben distanziert und gaben sich nicht zu erkennen. Dieser Zustand, so vermutet man, könnte bis zu zwölf Jahren angedauert haben. Dann liess „Kaspar-Hauser-Syndrom“ weiterlesen

Hospitalismus

Hospitalismus ist eine Folge von Deprivation im Zusammenhang mit Fremdbetreuung von Menschen und kann synonym als Deprivationssyndrom bezeichnet werden. Auch Hunde können ein Deprivationssyndrom entwickeln. Die Bezeichnung Hospitalismus ist diesbezüglich eher unüblich.

Der Begriff Hospitalismus geht auf den österreichischen Kinderarzt Meinhard Pfaundler zurück.  Er beobachtete einen Zusammenhang zwischen einem Mangel (Deprivation) von sozialer Zuwendung und Verhaltensproblemen bei Kindern. Es handelte sich dabei um Kinder, die „Hospitalismus“ weiterlesen

Deprivation und die Folgen

„Angsthund“

Im Folgenden werde ich die mit der Deprivation verbundenen Problematik erläutern, wie sie sich äußert und ob sie heilbar ist.

Das Wort „Deprivation“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Mangel oder Entzug. Geht es im Zusammenhang mit Hunden um Deprivation, dann stehen Verhaltensprobleme im Mittelpunkt des Interesses. Hundeprofis, wie Trainer beispielsweise, sprechen vom Deprivationsschaden oder Kaspar-Hauser-Syndrom, alltagssprachlich ist vom „Angsthund“ die Rede.

Die Problematik ist nicht neu, doch durch die starke Zunahme von Hunden insbesondere aus dem Auslandstierschutz rückt sie immer stärker in den „Deprivation und die Folgen“ weiterlesen

Auslandstierschutz und Straßenhunde

Was sind das eigentlich für Hunde, die da von den Tierschutzorganisationen aus dem Ausland zu uns gebracht werden? Sind das wirklich alles unabhängige und halbwilde Straßenhunde? Wie treffe ich die richtige Auswahl?

Natürlich gibt es sie, die „Straßenhunde“, aber das übergreifende Merkmal der Hunde aus dem Auslandstierschutz ist, dass sie ungewollt und herrenlos sind. Darunter sind Hunde zu finden, die halb verwildert, seit Generationen auf der Straße lebten, aber auch sehr viele ehemalige Besitzerhunde. Sie wurden nicht der Straße entnommen, sondern vom Besitzer im Shelter „Auslandstierschutz und Straßenhunde“ weiterlesen

Kettenwürger

Kurz habe ich überlegt, ob ich mir die Mühe machen soll und das Kettenhalsband verschwinden lasse. Aber ich habe mich dagegen entschieden. Ja, ich selbst habe eins benutzt. Von daher weiß ich, es ist einfach Handwerkszeug, dadurch kann, aber muss kein Leid zugefügt werden. Dennoch steht es für einen überholten Erziehungs- und Ausbildungsstil. Bei mir kommt es aus tiefster Überzeugung nicht mehr zum Einsatz, außer dem günstigen Preis bietet es im Vergleich keine Vorteile, dafür aber das Risiko Schmerzen zu verursachen, gerade bei nicht gut leinenführigen Hunden. Heute tragen meine Hunde grundsätzlich Geschirr und manchmal auch ein Halsband dazu.

Nach wie vor sind Kettenwürger recht beliebt. Gerade bei stärkeren Hunden sind sie nicht selten zu sehen.

Man könnte sagen, dass es lediglich ein Hilfsmittel zur Erziehung ist. Allerdings eines, das für einen längst überholten Erziehungs- und Ausbildungsstil steht, der zudem auf einer veralteteten Betrachtung von Hunden basiert.

Das Allerschlimmste ist allerdings, dass kaum einer versteht richtig damit zu arbeiten, wodurch die Nutzung fast ausschließlich zum  Gewaltakt gegen den „Kettenwürger“ weiterlesen

Mensch, mach deinen Hund nicht sauer – Leinenaggressionen vermeiden

Wenn ein Hund wütend an der Leine tobt, dann hat das oftmals hausgemachte Ursachen.

Kürzlich hatte ich eine ziemlich unangenehmen Hundebegegnung. Es war so eine, bei der einem das Herz in die Hose rutscht und man heilfroh ist, wenn man sie unbeschadet überstanden hat, aber sie ist ein hervoragendes Beispiel dafür, was der Mensch lieber lassen sollte, wenn er entspannte Hundebegegnungen haben will.

Begegnung mit einem ziemlich wütenden Hund

Bei dieser Begegnung handelte sich um einen Boxer und sein Herrchen. Eigentlich sah erst mal alles ganz gut aus. Zuerst war nur der Hund zu sehen, auf dem Weg der Parkanlage, auf dem auch ich lief.

Er wuselte recht geschäftig herum, was mich schon etwas aufmerksam „Mensch, mach deinen Hund nicht sauer – Leinenaggressionen vermeiden“ weiterlesen

Gute Gründe für die Adoption eines jungen Hundes aus dem Auslandstierschutz

Wenn bei der Adoption eines Hundes tierschützerische Aspekte eine große Rolle spielen sollen und die damit verbundenen Herausforderungen kein Hinderniss darstellen, dann gibt es gute Gründe sich für einen jungen Hund zu entscheiden.

Er hat noch ein ganzes Leben vor sich und bei rechtzeitiger Ausreise kann ihm eine Frühkastration erspart werden. Oftmal werden die jungen Hunde mit sechs Monaten kastriert, sofern sie sich im Einflussbereich von Tierschützern befinden. Eine Vorgehensweise, die sich allein vor dem riesigen und kaum zu bewältigendem Elend der vielen heimatlosen Hunde rechtfertigen lässt, nicht aber mit Vorteilen für das betroffene Individuum.

Mit einer Adoption kann man einen jungen Hund auch davor bewahren ein Opfer von Gewalt oder einem Autounfall zu werden. „Gute Gründe für die Adoption eines jungen Hundes aus dem Auslandstierschutz“ weiterlesen

Junger Hund aus dem Auslandstierschutz – Worauf sie vorbereitet sein sollten

Zuletzt hatte ich sehr junge Hunde auf Pflegestelle. Weihnachten stand vor der Tür und ich hatte Anfragen ohne Ende. Es waren vor allem Familien mit Kindern, die einen Hund suchten. Den meisten musste ich absagen, es kam nicht mal zu einem Kennenlerntermin.

Das hatte ich so entschieden, weil sich im Gespräch herausstellte, dass die Menschen erwarteten einen unkomplizierten Anfängerhund zu bekommen. Jung sein wurde mit unkompliziert gleichgesetzt, vergleichbar einem Welpen vom Züchter. Das ist aber leider ein Trugschluss.

Ausgeglichenheit, Zutraulichkeit und gute Erziehbarkeit eines Welpen sind das Ergebnis einer sorgfältigen Aufzucht. Das kann bei einem jungen Hund aus dem Auslandstierschutz nicht vorausgesetzt werden!
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Welpen aus dem Ausland – unseriöse Angebote erkennen

Die Corona-Pandemie hat einen Hundeboom ausgelöst. Vor allem junge Hunde, sprich Welpen, sind sehr begehrt, auch solche die aus dem Ausland stammen.
Die riesige Nachfrage kann nicht durch verantwortungsbewusste Züchter befriedigt werden, deshalb bommt der illegale Hundehandel.
Woran erkenne ich ein unseriöses Angebot?
Zu einem Züchter nimmt man Kontakt auf, stattet einen Besuch zum Kennenlernen statt und kann dabei auch das Umfeld sowie die Elterntiere und Geschwister begutachten. Nicht selten ist der Welpe noch gar nicht geboren und der Interessent muss sich gedulden. Im Idealfall kann der ausgesuchte Welpe mehrmals besucht werden, bevor er endgültig in seine Familie zieht. Die Übernahme des Welpen vollzieht sich im Rahmen einer gewissen Familiarität. Unseriöser Hundehandel lässt sich hiervon ziemlich einfach abgrenzen. Die Übernahme ist ein klarer Handel, das Geschäftlliche steht im Vordergrund. Nicht nur ein Abverkauf aus dem Auto, auch eine Übergabe zwischen Tür und Angel sollte skeptisch machen.

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Aufmerksamkeitssignal trainieren als Nebeneffekt

Frauchen mit Hund am Strand. Der Hund perfekt an lockerer Leine, leicht hinter mir laufend und sein Blick mir zugewandt. Ich liebe dieses Bild. Es ist eine gute Erinnerung und schön anzusehen, wie ich finde.

Bei genauerem Hinsehen erkennt man aber, dass der Blick meines Hundes gar nicht mir gilt. Das Gelbe unter meinem Mantel ist der Eimer mit den Würstchen und da schaut er hin. Trotzdem war es ein Trainingserfolg!

Während des Trainings wurde er immer mit Würstchen aus diesem Eimer „Aufmerksamkeitssignal trainieren als Nebeneffekt“ weiterlesen