Mensch, mach deinen Hund nicht sauer – Leinenaggressionen vermeiden

Wenn ein Hund wütend an der Leine tobt, dann hat das oftmals hausgemachte Ursachen.

Kürzlich hatte ich eine ziemlich unangenehmen Hundebegegnung. Es war so eine, bei der einem das Herz in die Hose rutscht und man heilfroh ist, wenn man sie unbeschadet überstanden hat, aber sie ist ein hervoragendes Beispiel dafür, was der Mensch lieber lassen sollte, wenn er entspannte Hundebegegnungen haben will.

Begegnung mit einem ziemlich wütenden Hund

Bei dieser Begegnung handelte sich um einen Boxer und sein Herrchen. Eigentlich sah erst mal alles ganz gut aus. Zuerst war nur der Hund zu sehen, auf dem Weg der Parkanlage, auf dem auch ich lief.

Er wuselte recht geschäftig herum, was mich schon etwas aufmerksam werden liess. Als er dann aber gerufen wurde, nachdem sein Herrchen uns kommen sah, fand ich das beruhigend. Trotzdem nahm ich meine beiden alten Hundedamen näher an mich heran und lief dann, zunächst noch vollkommen entspannt, auf Hund und Herrchen zu. Der Boxer hatte schließlich gehorcht, ist zu seinem Herrchen gegangen, das hatte ihn direkt angeleint und ins „Sitz“ gesetzt.

So saßen bzw. standen sie nun da, uns voll zugewandt, als hätten wir eine Verabredung. Natürlich saß der Boxer mitten auf dem Weg. Er war nicht entspannt, schien  aber freudig erregt  und auch das Herrchen lächelte. Ich legte mir schon einen lockeren Spruch zurecht, den ich beim Vorbeigehen zum Besten geben wollte.

Wenn der Mensch wie ein Brandbeschleuniger agiert

Plötzlich schien dem Herrchen des Boxer auch aufzufallen, dass sein Hund mitten auf dem tatsächlich recht schmalen Weg saß und somit auch mitten vor dem Eingang eines kleinen Fußgängertunnels, durch den wir, also ich und meine Hunde, durch wollten. Damit nahm das Unglück seinen Lauf.

Der Mann zog erst an der Leine, ohne nennenswerten Effekt, was die Platzierung des Hundes betraf, allerdings begann die Stimmung des Hundes zu kippen. Herrchen legte nun eins drauf und griff ins Halsband, was den Hund vollkommen ausrasten liess, dabei uns immer fest im Blick.

Richtig mulmig wurde mir, als der Mann dann auch noch versuchte, mit der einen Hand den Kopf des wütenden und sich losreissen wollenden Hundes zu sich zu drehen, was natürlich nicht klappte und die Situation noch zusätzlich aufheizte. Auch der Gesichtsausdruck des Mannes liess kein Sicherheitsgefühl bei mit aufkommen. Er schien am Rande seiner Möglichkeiten, den Hund halten zu können.

Nun gut, wir sind unbeschadet an dem Hund- und Haltergespann vorbei gekommen. Ich denke, der Mann hatte danach noch weichere Knie als ich. Meine Hunde haben es mit Fassung getragen.

In letzter Zeit hatte ich mehrfach „interessante“ Begegnungen mit Boxern. Eine Weile lang schienen sie ein wenig von der Bildfläche verschwunden zu sein. Vielleicht ein neuer Trend, dachte ich mir.

Alle schienen mir keine gefährlichen Hunde zu sein, eigentlich sogar irgendwie verträglich, aber sie sprühten förmlich vor Energie und konfronierten meine Hunde durchweg mit ihrem direkten Blick. Entspannte Leinenbegegnungen waren ihnen nicht möglich.

Ich erfuhr, dass der eine die Hundeschule besuchte. Der andere hatte offenkundig eine solide Erziehung genossen, hatte aber einen Kettenwürger um den Hals hängen. Und auch beim dritten war ansatzweise Erziehung erkennbar.

So ist es kein Wunder, dass ich mich dirtekt fragte, bei was für Trainern die waren, einfach weil so grundlegende Fehler beim Führen der Hunde erkennbar waren, angefangen beim Blick …..

Blick abwenden hilft Konflikte zu vermeiden

Es ist hilfreich ist, wenn man seinen Hund mittels Signal zum Blick abwenden veranlassen kann. Noch besser ist es natürlich dies bei der Welpenerziehung zu berücksichtigen und das permanente direkte Anstarren erst gar nicht zur Gewohnheit werden zu lassen.

Ein „Auge“ auf die Blickrichtung seines Hundes zu haben gehört einfach zur erzieherischen Grundausstattung und hilft Konflikte zu vermeiden.

Offensichtlich hatten die Halter kein Bewußtsein hierfür.

Nicht ins Halsband greifen

Nicht zu wissen schienen Frauchen und Herrchen auch, dass man einem erregten Hund nicht ins Halsband greift und daran herumzerrt, das steigert die Aggression.

Trägt der Hund einen Kettenwürger, dann sollte Herrchen bei Hundebegenungen seine Reflexe im Griff haben. Das unwillkürliche Hochreissen der Arme führt zum versehentlichen Zuziehen der Kette und dem Hund wird die Luft abgeschnürt. Gelasssenheit erzeugt man so nicht. Gehorsam auch nicht.