Kaspar-Hauser-Syndrom

Namensgeber für diese Entwicklungsstörung war „Kaspar-Hauser“. Er ist das wohl das bekannteste, abseits von menschlicher Zivilisation, aufgewachsene Kind.

Bei Hunden sind vergleichbare Entwicklungsstörungen bekannt.

Kaspar Hauser wurde, so wird vermutet, als Kleinkind entführt und in einem dunklen Verschlag gehalten, in dem er sich nicht einmal aufrichten konnte. Seine Versorgung war auf die Lebenserhaltung beschränkt, die ihn versorgenden Menschen blieben distanziert und gaben sich nicht zu erkennen. Dieser Zustand, so vermutet man, könnte bis zu zwölf Jahren angedauert haben. Dann liess man ihn frei. Man fand ihn und nahm sich seiner an. Weder konnte er normal reden, noch normal laufen, sein gesamtes Verhalten unterschied sich deutlich von dem eines normal entwickelten Menschen.

Kaspar-Hauser wurde eine besonders unmenschliche Form von Fremdversorgung zuteil. Von daher wird das Kaspar-Hauser-Syndrom als Extremform des Hospitalismus definiert, was wiederum einem Deprivationssyndrom entspricht.

Unter Trainern bzw. Hundeleuten ist  der Begriff „Kaspar-Hauser-Syndrom“ im Zusammenhang mit Angsthunden sowie isoliert aufgezogenen und gehaltenen Hunden durchaus gebräuchlich. In der verhaltensmedizinischen Fachliteratur ist eher das „Deprivationssyndrom“ zu finden.

Wer mehr über  die Schicksale von den sogenannten Wolfskindern erfahren möchte, dem lege ich folgende Bücher wärmstens an Herz:

„Kaspar Hausers Geschwister“, von P. J. Blumenthal, Piper Verlag 2005

„Das wilde Kind“, von T. C. Boyle, dtv 2012

 

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