In Rumänien hat man die Straßenhunde als Geldquelle entdeckt. Eine Katastrophe für die Tiere, denn die Motivation die Problematik in den Griff zu bekommen hat dadurch einen deutlichen Dämpfer bekommen. Keine Straßenhunde, kein Geld – so einfach ist die Rechnung.

Straßenhunde werden eingefangen, in staatliche Auffangstationen verfrachtet, dort aufbewahrt und manchmal ausgelöst, oft getötet, exportiert und adoptiert – jeder Einzelschritt für sich bewegt Geld, sogar auf staatlicher Ebene, wie der  Artikel von Henryk Broder zeigt.

Betrachtet man die Einkommensverhältnisse in Rumänien, dann wird erst so richtig deutlich, wie lukrativ dieses Geschäft ist, denn das Mindesteinkommen liegt, je nach Tabelle, bei 275 bzw. 322 € und viele Rumänen müssen mit weniger auskommen.

Dem gegenüber stehen 45 Euro für die Auslöse eines Hundes aus der Tötungsstation – diese Summe habe ich aus einem Spendenaufruf zu dem genannten Zweck. Bei uns für die meisten kein Thema, doch sieben davon entsprechen dem Mindestlohn in Rumänien. Das weckt Begehrlichkeiten und bringt skrupellose Menschen auf den Plan.

Deshalb heißt es Augen auf beim Spenden oder Adoptieren, insbesondere auch Online, denn kaum was ist leichter gemacht als eine Fakeseite.

Krasse Bilder und stark emotionalisierende Texte, auch die Behauptung, dass die Tötung unmittlebar bevorstünde, können wahr sein, müssen aber nicht und sind als Druckmittel einzustufen. Das ist unseriös.

Auch wenn als Empfänger der Überweisung eine Privatperson angegeben wird, sollte das skeptisch machen – es gibt im Internet Seiten, die darüber informieren, wie man richtig spendet …

Also Augen auf beim Spenden und Adoptieren und einen kühlen Kopf bewahren, damit das Geld dort ankommt, wo es auch etwas bewirken kann. Denn gerade wenn die Ausbeutung von Tierliebe und Mitleid ein derart lukratives Geschäft darstellt, dann verkehrt sich im schlimmsten Falle die gute Absicht in ihr Gegenteil und Tierleid wird gefördert, statt verhindert.