Anfangs war ich einfach eine Frau mit Hund. Nur, dass ich mir einen etwas anstrengenderen Hund herausgefischt habe und Hilfe brauchte. Sollte eigentlich kein Problem sein, dachte ich, bei den vielen Hundeschulen, Trainern und Fachliteratur. Von erfahrenen Hundehaltern, sogenannten alten Hasen, ganz zu schweigen. Weit gefehlt. Es ist sauschwer an wirklich hilfreiche Informationen zu kommen. Ich bekam irgendwann Hilfe und begann zu verstehen. Allerdings machte mich das auch stückweit zum Außenseiter. Es gibt gefühlt ja schon so etwas, wie einen Mainstream oder auch Hundeszene und erstaunlich wenig von dem, was da so stattfindet oder propagiert wird, geht als richtig, im Sinne von hundegerecht, durch.

Viele Hunde finden trotzdem ihren Weg und werden nicht auffällig, doch manche Hunde entwickeln unter diesen, aus Hundesicht suboptimalen Voraussetzungen, problematische Verhaltensweisen. Diese Situation, also dieses Mehrheitshandeln, macht es für den einzelnen schwer das Richtige zu tun und dauerhaft daran zu glauben, dass es das Richtige ist. Ähnlich wie beim Auto fahren, wo man sich auch manchmal fragt, ob sich überhaupt jemand an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält. Häufig machen es einem die anderen schwer sich daran zu halten, fahren zu dicht auf, wenn es keine Möglichkeit zum Überholen gibt, sie regen sich auf, hupen sogar. Man wird unter Druck gesetzt, obwohl man ja eigentlich das Richtige tut. Ob beim Auto fahren oder beim Führen von Hunden, entweder man lässt sich treiben, mit allen Risiken und Nebenwirkungen oder man entscheidet und positioniert sich. Ich möchte Hundehaltern dabei helfen sich zu entscheiden und zu positionieren und auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als würde man etwas verlieren, wenn man sich vom Mehrheitshandeln löst, aber in Wirklichkeit ist es ein Gewinn.

So, nun will ich mal von meinem ersten „dynamischen“ Hund schreiben:

Ziemlich unbedarft in Sachen Hund adoptierte ich eine Hündin aus dem Tierheim. Ich dachte mir nichts dabei, als ich sie vom Tierheimgelände zerren musste. Obwohl erst vier Monate alt, war sie bereits einige Male aus unglücklicher Vermittlung wieder dorthin zurückgekehrt. Vom Tierheim ging es dann  direkt zur Grundschule. Die befand sich in unmittelbarer Nähe unseres Hauses. Der Plan war, meinen Kinder eine freudige Überraschung zu bereiten und sie gemeinsam mit dem neuen Famiienmitglied abzuholen. Das lief aber ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Als sich die Pforten der Schule öffneten und die Kinder heraus strömten, da begann sich der Hund an meiner Leine wie eine Bestie zu gebärden. Vielen Kindern stand die Angst im Gesicht geschrieben. Alle machten einen großen Bogen um uns, kämpften sich teilweise durch die Büsche. Glücklicherweise kam ein netter Hundehalter mit seinem entspannten Hund hinzu und entschärfte damit  die Situation.  Ein wenig ernüchtert, aber ohne weitere Vorfälle, ging es dann nach Hause.  Dort gab es erst einmal keine Probleme. Jedoch führten Anzeichen darauf, dass wir einen Spaziergang  machen würden, zu heftigen Durchfällen. Und am Abend zeigte sich, dass sie nicht alleine in einem Raum blieb. Sie ging förmlich die Wände hoch. Eigentlich sollte sie im Wohnzimmer schlafen. So, wie die alte Hündin, die wir vor ihr hatten und die leider schon drei Monate nach der Übernahme starb. Also übernachtete mein Mann gemeinsam mit unserem Neuzugang im Wohnzimmer, was mir eine unruhige Nacht bereitete.

In der Summe waren das eine ganze Menge unerwarteter Verhaltensweisen, die dieser junge Hund da an den Tag gelegt hatte. Ich war einfach nicht in der Lage sie richtig einzuordnen. Und plötzlich begann ich den Umstand, dass dieser Hund ein sogenannter Kampfhund war, ganz anders zu bewerten. Ein Pitbull(-mischling). Ich bekam Angst vor meiner eigenen Courage. Dabei war es doch genau das, was ich wollte und zu können glaubte: Einen Kampfhund retten. Weil die es so schwer haben, obwohl es doch ganz normale Hunde sind. Das wollte ich jedenfalls glauben. Doch plötzlich war ich mir da nicht mehr so sicher. Ich entschied die Hündin zurück zu bringen. Traurige Kinderaugen verfolgten durchs Fenster, wie ich sie tags drauf ins Auto packte. Es war ein scheiß Gefühl. Nicht zuletzt, weil es der dritte Versuch war einen Hund aufzunehmen. Die erste Hündin starb nach gerade mal drei Monaten an Krebs. Dem nächsten Kandidaten, ein Schäferhundmischling, mussten wir unsere Katze aus dem Hals ziehen, weshalb wir keine Möglichkeit sahen ihn zu behalten. Und nun das.

Doch wie heißt es so schön: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Als ich wieder nach Hause kam, da hatte ich außer der Hündin noch eine Adresse im Gepäck. Die Adresse des örtlichen Hundesportvereins. Dort sollte ich an einem Erziehungskurs teilnehmen. Die Adresse hatte mir der Leiter des Tierheims gegeben, er war wenig  geneigt die Hündin zurück zu nehmen.

Die nette Erfahrung mit dem Hundehalter vor der Grundschule im Hinterkopf begab ich mich auf die nahe gelegene Hundewiese und schloss mich den dortigen Hundehaltern an. Die waren ganz begeistert von meiner goldigen kleinen Hündin und empfahlen mir als allererstes sie von der Leine zu lassen. Das tat ich denn auch und siehe da, sie haute nicht ab. Stunden habe ich täglich auf dieser Wiese verbracht, in der Annahme damit einen sinnvollen Beitrag zu ihrer Erziehung zu leisten und um ihr Sozialkontakte, Spielmöglichkeiten sowie Bewegung zu ermöglichen. Und die Rechnung schien auf zu gehen. Uns machte es natürlich auch Spaß, lernten wir doch Leute kennen, mit denen es sich prächtig unterhalten ließ. Einmal passierte es sogar, dass unsere Hündin sich entschied nach Hause zu gehen, während mein Mann, in Gespräche versunken, gar nichts davon mitbekam. Als Schuld mindernd kann vielleicht berücksichtigt werden, dass sie fast ganz schwarz und es draußen bereits dunkel war. Hoffend sie zu Hause vorzufinden, stand er, deutlich später als sie, vor der Tür.

Unsere Hündin jedenfalls schien der glücklichste Hund auf der Welt zu sein. Wie der Nabel der Welt muss sie sich vorgekommen sein. Und toben auf der Hundewiese, toben in den Pausen des Hundeerziehungkurses. Das bisschen Training machte sie mit links nebenbei.

Doch es kam der Zeitpunkt, da freuten  sich nicht mehr alle, wenn wir auf die Hundewiese kamen. Unsere Hündin war erwachsen geworden und hielt sich offensichtlich für die Chefin der Hundewiese.  Nie aggressiv oder gar zubeissend. Nein, sie war ein Charmebolzen, aber ein ziemlich schwarzer und kräftiger, mit einer starken Präsenz. Egal ob Hund oder Mensch, man wußte sofort, was sie wollte oder was ihr gefiel oder nicht. Ein Horror für Menschen mit Angst vor Hunden. Sie war nicht der Hund, der sich unterwarf oder aus dem Weg ging. Musste sie ja auch nie, die meisten Menschen taten das automatisch und von sich aus, wenn es zu Begegnungen auf der Straße oder sonst irgendwo kam. Eigentlich waren ihr Menschen ja wichtig, sogar wichtiger als Hunde. So begrüßte sie meistens zuerst die Menschen und dann die Hunde. Die Begrüßten freuten sich in der Regel sehr darüber, obwohl der eigene Hund von meinem einfach ignoriert oder gar auf die Plätze verwiesen worden war. Wenn es ihnen aber bewußt wurde, konnte ich merken, dass es einen kleinen inneren Konflikt bei ihnen auslöste.

Welpen finden die meisten Leute süß, auch wenn sie sogenannte Rasse- oder Listenhunde sind. Und eigentlich konnte unser Hund auch gut als schwarzer Labrador durchgehen. Nur wenige schauten genauer hin und bezweifelten einen Labrador vor sich zu haben. Aber eine Person mit Nähe zum Tierheim hatte aus dem Nähkästchen geplaudert und so wurde auch die Rasse unter unseren bisherigen Hundefreunden ein Thema. Es kam vor, dass man schreiend vor uns weglief, aber auch, dass gemeine Bemerkungen gemacht wurden, wenn man an mir vorbei ging.

Es gab da einen riesigen Rottweiler, er wurde gemeinsam mit einer eher kleinen weiblichen Rottweilerin gehalten. Mit ihr verstand sich unsere auch gut, sie stand einfach auf Rottweiler, aber er war einer der wenigen, den sie wirklich respektiert hat und der sich auch eine Meinung zutraute. Seine Besitzerin wurde von unserer Hündin geradezu vergöttert. Toll finden hieß nicht nur einfach freudig hin laufen, sie rollte sich zu dessen Füßen auf den Rücken und ließ sich hingebungsvoll kraulen. Dem zugehörigen Rottweiler leckte sie sicherheitshalber hin und wieder die Lefzen, was auch ganz gut funktionierte, denn er ließ sie gewähren.

Menschen, die sie mochte vergaß sie nie, da hatte sie ein Gedächtnis, wie ein Elefant. Trafen wir so jemanden, sogar Jahre später, da begrüßte unsere Hündin ihn, als hätte es die Jahre dazwischen nicht gegeben. Sie konnte einem all das geben, was Menschen sich meistens so von Hunden wünschen. Das Gefühl, einfach der tollste zu sein und total geliebt zu werden. Klar, dass sie auch viele Fans hatte. Unsicher wirkende Menschen jedoch hielt sie auf Abstand. Meist schaute sie nicht mal hin, ein kleiner Knurrer machte klar, dass sie keinen näheren Kontakt wünschte. Ja, und Besuch, das war auch so ein Thema. Nicht anschauen, nicht anfassen, nicht ansprechen – wer das konnte hätte sicher keine Probleme bekommen. Aber kaum ein Mensch, der den Umgang mit Hunden nicht gewöhnt ist oder sogar Angst hat, wird das in Gegenwart eines selbstbewußten Hundes souverän meistern. Vor allem, wenn der das Motto: „My home ist my castle“ hoch hängt, so wie unserer. Es kam vor, dass unsere Oma sich nicht traute vom Stuhl aufzustehen und zum Telefon zu gehen. Alle waren raus gegangen und hatten sie mit dem Hund allein im Zimmer gelassen. Im Weg stehen oder knurren, wenn einer Anstalten machte sich zu frei zu bewegen, das waren ihre Spezialitäten. Und auch nicht jeder Tierarzt kam mit ihr klar. Verhielt sich einer freundlich und näherte sich ihr ganz selbstverständlich, so, als wisse er gar nicht, dass ein Hund sich wehren könnte, dann war sie eine super Patientin. Die kleinste Unsicherheit jedoch, erweckte ihren Widerspruchsgeist.

Trotz Bestnoten im Hundetraining, gab ihr schlechtes Benehmen in vielen Situationen immer wieder Anlass für Streitigkeiten zwischen mir und meinem Mann. Jeder suchte die Gründe hierfür woanders. Als gäbe es keine anderen Themen, ging es nur noch um den Hund.  Ich suchte eine Hundeschule nach der anderen auf, las Hundezeitungen, wälzte Bücher, aber das alles brachte uns nicht weiter. Unsere Hündin hatte zu allem eine Meinung und zu allem Überfluss begann sie auch noch einen gehörigen Schutztrieb zu entwickeln. Besucher, überschwängliche Begrüßungen und Umarmungen, wenn einer dem Kinderwagen zu nahe kam – all das war ihr ein Greuel.

Eine Geschichte, wie sie wahrscheinlich viele Hundebesitzer, so, oder so ähnlich, kennen.  Der Trainer, bei dem ich die richtige Unterstützung erhielt, war eigentlich Hundeausbilder. Er hatte, bevor er eine normale Hundeschule aufmachte, erfolgreich Rettungshunde ausgebildet Ich denke, das machte den Unterschied.

Die Einschätzung meines  Problemhundes lautete: Ein ganz normaler Hund! Aber auch: Kein Spielhund!

Fortan lief es gut mit meinem Hund. Bemerkenswert fand ich, dass Signale alles in allem wenig mit den verbesserten Umständen zu tun hatten. Ruhe in den Hund bringen, das größte Idol für seinen Hund sein – Schlagworte, die mit Inhalt gefüllt, in die richtige Richtung weisen. Und ganz wichtig: Niemals mit seinem Hund trainieren, wenn man schlecht gelaunt ist!

Theoretisch hätte ich es dabei belassen können, denn mit dem was ich hier gelernt habe, war ich für die Zukunft und viele weitere Hunde gerüstet. Doch ich wollte mehr. Wissen, wie man einen Ausbildungsplan für einen Hund erstellt, Mehrhundehaltung kennenlernen und am eigenen Leib erfahren, was dran ist, an all dem, was über Hunde aus dem Ausland veröffentlicht wird, insbesondere von den Kritikern.

 

Eine Diskussion in Facebook über den Artikel : „Verlieren wir das Gefühl für den Hund?“ veranlasste mich dazu diesen Artikel zu schreiben. Ich selbst bin ja aufgrund meiner Ablehnung gegen Hundetrainer und oft erlebter fehlender Kompetenz selbst zur Hundetrainerin geworden. Heute kenne ich auch die andere Seite, also die Sicht es Trainers bzw. Hundeprofis auf die Hundehalter, was mich durchaus etwas milder im Urteil über Hundetrainer werden ließ. Dennoch bin ich der Meinung, dass diejenigen, die von Berufs wegen für die Erziehung und Ausbildung von Hunden zuständig sind, sich fragen müssen, welchen Anteil sie daran tragen, wenn es Probleme gibt.

Die Probleme mit Hunden nehmen zu. Das sagen Hundetrainer, ebenso wie Mitarbeiter aus Tierheimen. Auch der o. g. Artikel berichtet von der Problematik.
Okay, Hundetrainer, die lautstark das Elend im Hundewesen beklagen, quasi als Akt der Selbstinszenierung, gibt und gab es schon immer. Doch wenn man den aktuellen Berichten glauben darf, dann hat sich die Problematik verschärft und immer mehr Tiere landen aufgrund ihrer massiven Verhaltensprobleme im Tierheim und haben dann kaum eine Chance auf Vermittlung.

Ich finde die beobachtete Problemlage muss doch gerade auch bei den Hundeschulen zu einer echten Selbstreflektion führen. Wir sind diejenigen, die die Hundehalter fit für den Hund machen. Was läuft da schief oder was könnte man besser machen, damit auch die Inhalte bei den Menschen ankommen, die ankommen sollen?

Gut ist schon mal, dass die beschriebene Problematik von vielen bestätigt, thematisiert und öffentlich diskutiert wird.

„Wir sollten aufhören unsere Hunde zu dressierten Affen zu degradieren und endlich wieder anfangen sie zu erziehen!“
Das ist der letzte Satz des o. g. Artikels und sieht man mal von dem „wieder“ ab, dann kann ich mich ihm vollends anschließen. Nur glaube ich keinesfalls, dass wir erziehungstechnisch irgendwohin zurück müssen, sondern auf jeden Fall nach vorne.

Mit der Überschrift des Artikels hadere ich jedoch ein wenig. „Verlieren wir das Gefühl für den Hund?“ Meiner Meinung nach ist es der Kern des Problems in der Hundehaltung, dass vor allem Gefühle den Umgang mit unseren Hunden bestimmen, oder zumindest vieles andere anstatt Wissen,

Die Beobachtung, dass Hunde super dressiert sind und sich im „wahren“ Leben wie die Axt im Walde benehmen mache ich eigentlich nie. Ja, oft können die beschriebenen schwierigen Hunde das eine oder andere Kunststückchen, aber bei unerwartet auftretenden oder stärkeren Umweltreizen funktioniert das zumeist schon nicht mehr. Oder die Hunde lösen das Signal grundsätzlich von alleine auf usw.. Jedenfalls beim Durchschnittshundehalter, nicht Schutzhundeführer o. ä..

Mein Eindruck ist viel mehr, dass Wissen über Dressur kaum mehr gegeben ist, höchstens noch ansatzweise. Lange Zeit war Dressur quasi gleichbedeutend mit der Erziehung von Tieren. Das hatte damit zu tun, dass man Tiere als reine Instinktwesen, ohne Gefühlsleben und als nicht lernfähig betrachtete. Dressur ist nichts anderes als Verhaltensmanipulation und hat mit Teamwork Partnerschaft und Erziehung nichts gemein. Das wollen die meisten Menschen nicht mehr für ihr vierbeiniges Familienmitglied. Es gibt also gute Gründe dafür, andere, machbare Erziehungsformen vorzustellen. Die Inhalte sind da, denn die Wissenschaft hat mit der Zeit viel Neues zutage gebracht.

Hin und wieder kommt es mir so vor, als würde die Aufbereitung wissenschaftlicher Ergebnisse für die Arbeit in der Hundeschule mitunter eine Hürde darstellen und im schlimmsten Falle zu falschen Informationen führen. Ein Beispiel hierfür ist ein Seminar, für das ich die Einladung las. Das Thema sollte sein: Kommunikation oder Erziehung? Ich fragte mich, ob das ernst gemeint sei, denn das ist natürlich Quatsch. Erziehung ist nichts anderes als die Vermittlung (Kommunikation) sozialer Informationen. Diskutieren kann man lediglich darüber, welche Form der Kommunikation man hierfür wählt.

Neben der Auswertung wissenschaftlicher Ergebnisse hinsichtlich brauchbarer Inhalte für die Hundeschule scheint es da noch andere Hürden zu geben und die sind die Hundehalter und ihre Wünsche selbst. Die Kunden scheinen immer häufiger einfach einen kontrollierten Raum für Spiel und Auslastung für ihre Hunde zu suchen, während Erziehungsgedanken ins Hintertreffen geraten. Zunehmend höre ich auch, dass Menschen ihre Hunde in die Betreuung geben, natürlich mit Rudelhaltung, „damit die endlich mal Spaß haben können“. Sie haben einfach keine Idee, wie sie ihre Hunde sonst auslasten könnten. Genau, wie der Windhundhalter, der den eingezäunten Hundewald besucht, damit sein Windhund den Jagdttrieb ausleben kann. Kommt er irgendwann mit hängender Zunge zurück, scheint alles gut und man fährt wieder nach Hause.

Auch habe ich schon öfter erlebt, dass mich Leute gerufen haben, die hofften einen Trick an die Hand zu bekommen, mit dem der Hund von jetzt auf sofort ein perfektes Verhalten zeigt. Die Hundeflüsterer im Fernsehen tragen sicher ihren Teil dazu bei, dass Menschen so etwas für möglich halten: Hundeerziehung ohne persönlichen Einsatz.

Die Wahrheit ist, ob mit oder ohne Dressur, ein Hund bereitet Arbeit. Eine schöne Arbeit, wie ich finde, aber sie muss getan werden und sie fängt damit an, sich Wissen über Hunde anzueignen. Wenn das den Mehrheitsgedanken prägen würde, dann wäre schon einmal ein großer Schritt getan.